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Volkstümliche Überlieferung
Wie auch immer, die Legende war seit jeher in Italien ein Teil der Volkstradition. Es ist so, dass sogenannte cantastorie, troubadors oder Rinaldis (weil die von Renaud sangen) alle die Geschichte von Karl und seinen Paladinen a.D. 1000 nacherzählten. Die Vorfahren der Puppentheater machten ihre Aufführungen zu gleicher Zeit auf Dorfplätzen das Land hinauf und hinunter. Als die Schreiber nach und nach ihre literarischen Überarbeitungen des Originalmaterials perfektionierten, verwendeten es die pupari oder Puppenspieler, um es den Rhythmen ihrer Dramatisierungen anzupassen. Im 19. Jahrhundert schaffte der Sizilianische Verfasser Giusto Lo Dico ein monumentales Werk, die Geschichte der Paladine von Frankreich, zum ersten Mal in Prosaform. Dieses Werk wurde zur Bibel der Puppenspieler, welche in dem vorherrschenden Klima der Romantik einen Zyklus von Spielen entwickelt hatten, in dem das Heldenepos so sehr in Details erzählt wurde, dass er bei einer Aufführung pro Tag erst im Laufe eines Jahres abgeschlossen werden konnte! Puppentheater gibt es in den meisten Städten und Städtchen in Süditalien und sie überlebten bis in die 50er Jahre, als die Zuhörer abnahmen und die Spiele zu wenig mehr als Touristenattraktionen wurden. Heute haben viele Puppenspieler oder pupari aufgegeben. Einer der letzten, der Sizilianer Onofrio Sanicola, gründete die Opera dei Pupi in Mailand. So wie er die traditionellen Aufführungen beibehält, die auf dem Zyklus des Rolandliedes basieren, hat Sanicola auch einen grossen Wurf gemacht, indem er neue Themen in diese Form von Theater eingeführt hat, wie zum Beispiel die Passion, Ilias und der Trojanische Krieg und Alberto da Giussano.

Die Puppen (Marionetten)
Die Puppe wird nach der sizilianischen Tradition nicht mit Fäden bewegt, sondern durch zwei Metallstangen, woron eine den Kopf und den Körper bewegt und die andere die rechte Hand. Fäden werden benutzt, um die linke Hand zu bewegen, das Schwert aus der Scheide zu ziehen, das Visier auf- oder herunterzuklappen oder die Knie zu beugen. Der Körper besteht aus neun Teilen, hergestellt aus Holz und bekleidet mit einer Rüstung. Die komplette Puppe wiegt 13 kg, ist über einen Meter gross und wird von dem Puppenspieler hinter den Kulissen bewegt. Die Kostüme sind traditionell mit Details aus Fresken von Botticelli, Pinturicchio, Mantegna und anderen Malern.
Jede Puppe hat bestimmte Merkmale, die zu ihrer Identifikation beitragen. Zum Beispiel hat Roland ein Lateinisches Kreuz auf seinem Schild, Brustharnisch und Visier, während Renaud einen aufgerichteten Löwen hat, Oliver eine Sonne, Astulf die Lilie, Ganelon ein M usw. Die Helden kommen von links (vom Publikum aus gesehen) auf die Bühne, während die zweitrangigen Figuren und die Bösewichte von rechts her auftreten.
Teatro Drammatico dei Pupi
Di Onofrio Sanicola
Milano 20129-Magazzino dei Pupi Via Plinio 60 20133 Tf.0229524449 - 026694956
Monreale-Palermo Via B. DAcquisto, 33 90046 tel. 091/6409441
sanicolapupi@tiscalinet.it--www.operadeipupi.moonfruit.com
GESCHICHTLICHE URSPÜNGE
Roncesvalles ist ein Ort in Nordspanien in der Provinz von Navarra in den Pyrenäen, gerade fünf Meilen von der französischen Grenze entfernt. Mit einer Einwohnerzahl von gerade etwa hunderttausend Menschen ist er vor allem wegen der Schlacht berühmt, in welcher Roland fiel und Karl der Grosse besiegt wurde. Sie wurde 778 geschlagen , vermutlich in dem Tal, das als Valcarlos bekannt ist.
Die Taten von Charlemagne (Karl dem Grossen, König von Frankreich und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches) waren so bedeutend, dass er noch vor seinem Tod zu einer legendären Figur wurde. Er erbte weite Gebiete - die Niederlande, Deutschland, Südwest-Frankreich - von seinem Vater, Pippin dem Jüngeren und annektierte dann noch die Gebiete seines Bruders - den Rest von Frankreich, von Deutschland und die Alpen - als letzterer starb. 774 eroberte er die Lombardei und breitete sein Reich nach Norden und nach Osten aus; er besiegte die deutschen sächsischen Stämme in einem blutigen Kampf.
Im Südwesten, dem Baskenland, wo er eine der Routen im moslemischen Spanien beoerrschte, waren ständig Unruhen in und um die Pyrenäen. Moslemische Rebellen forderten Karl auf, einen fränkischen Aussenposten jenseits der Berge einzurichten. Nach der Einnahme von Pamplona wurde sein Feldzug Trotzdem vor Saragossa aufgehalten und er war gezwungen, sich zurückzuziehen, auch wurde er durch die Nachricht von einer Sächsischen Revolte an den Rhein zurückgerufen. Auf seinem Rückweg nach Frankreich wurde ein Teil seiner Armee durch die Basken von der Haupttruppe der Soldaten abgeschnitten, die dann in Roncesvalles die Rückhut angriffen und vollkommen vernichteten, wobei sie viele seiner führenden Krieger töteten.
Nach einem moslemischen Vorstoß im Jahre 793, der bis nach Narbonne in Frankreich gelang, schlug Karl heftig zurück mit einer Reihe von Kampagnen von 796 bis 811, wobei er in Katalonien sicher Fuß fassen konnte und einen Schutz vor den Moslems sowie eine Zuflucht für die aus den moslemisch besetzten Gebieten flüchtenden Christen bot.
TATSACHEN UND DICHTUNG
Schon im Jahre 883 enthielt die Gesta Karoli Magni mehr Legende als Tatsachen, und nach Karls umstrittener Heiligsprechung 1165 sprach ihm die Vita Sancti Karoli Wunder vor und nach seinem Tode zu. Andere Erzählungen basierten auf historischen Tatsachen, so wie das Rolandlied, ein französisches chanson de geste, das auf das 11. Jahrhundert zurückgeht. In diesem Heldenepos wird Roland zum Held, von der Bretagne; ein Kampf der Rückhut wird zu einer nationalen Niederlage; ein baskischer Grenzstamm wird zu einer umfangreichen Sarazenenarmee. Karl der Grosse und seine zwölf Paladine, die Blüten der Tapferkeit Frankreichs, werden als noble, mutige, ritterliche und fromme Helden dargestellt. Tatsächlich waren das 11. und 12. Jahrhundert die Zeiten der Kreuzzüge und das moralische Klima jener Tage war in der Geschichte enthalten, die sich vier Jahrhunderte früher abgespielt hatte. Als sich die Zeit gewendet hatte, wurde das Rolandlied neu geschrieben und erweitert, und jedesmal wurde die Geschichte weiter ausgemalt. Auch König Arthur und seine Ritter waren in der französischen Dichtungsversion des 12. Jahr-hunderts darin eingeschlossen.
In Italien wurde die Legende weiter entwickelt von einer Menge von Geschichtenerzählern, bevor Luigi Pulci 1482 sein Morgante Maggiore schrieb. Diesem folgte Orlando Innamorato von Matteo Maria Boiardo und später dann Lodovico Ariosto's Meisterwerk Orlando Furioso.
Die Aufführungen der Opera dei Pupi umfassen 30 oder 40 Puppen, mit einem transportablen Miniatur-Theater. Somit können Aufführungen für jede Gelegenheit in Auftrag gegeben werden. Das Theater selbst mißt cm.400x300x350h und kann im Freien, in einem Theater, Auditorium oder einer Halle aufgebaut werden. Aufführungen im Freien sind besonders suggestiv. Im Falle von geschlossenen Räumen sollte die Möglichkeit bestehen, das Tageslicht auszuschliessen. Die verwendeten Spezialeffekte (Wasser, Feuer, Rauch, Geräusch) sind weder giftig noch gefährlich. Diese Aufführungen sind aufgrund des historischen Stoffes besonders empfehlenswert zu Lehrzwecken. Hinzu kommt, dass die angewandte Sprache ein normales, korrekt ausgesprochenes Italienisch ist. Nach der Aufführung freuen sich die Puppenspieler, ihre Techniken, die Puppen und das Theater aus der Nähe zeigen zu können.Zwecks weiterer Informationen bitte an folgende Adresse schreiben.
Teatro Drammatico dei Pupi
Di Onofrio Sanicola
Monreale-Palermo Via B. DAcquisto, 33 90046 tel. 091/6409441
Milano -Magazzino dei Pupi Via Plinio 60 20129 Tf.0229524449 - 026694956
sanicolapupi@tiscalinet.it--www.operadeipupi.moonfruit.com
DIE GESCHICHTE
1. SZENE
Ein Mönch, in diesem Spiel der Erzähler, berichtet den Zuhörern, dass er sich entschlossen hätte, zu offenbaren, was wirklich in Roncesvalles geschehen ist. In seiner Einführung erzählt er, wie die Mauren ihr Reich auf das ganze Mittelmeergebiet ausgedehnt haben und bis in das Herz von Frankreich vorgedrungen sind und dabei zahllose Schlachten gegen Karl den Grossen und seine Armeen gefochten haben. In die Sage von Roncesvalles verwickelt ist der beste von Karls Paladinen, doch vor allem der verräterische Ganelon von Mainz, Schwager des Königs.
2. SZENE Karl ruft seine Paladine zum Rat zusammen und erzählt ihnen, dass eine Möglichkeit besteht, den Krieg zu Ende zu bringen. Marsilius, der König von Spanien und großer Verbündeter der Sarazenen, habe beschlossen, sich und seine Familie taufen zu lassen und zu einer Friedensvereinbarung zu gelangen. Ganelon, Karls Abgesandter zu dem feindlichen Lager, kommt zurück und berichtet Karl, dass Marsilius und seine Gruppe die Stadt Saragossa verlassen und Karl in der Schlucht von Roncesvalles erwarten wollen, um keinen Tumult unter den Sarazenentruppen in der Stadt zu provozieren. Nach der Taufe durch den Erzbischof Turpin wollen die beiden Gruppen zusammen Saragossa einnehmen. Karl vermutet Verrat, doch Ganelon versichert ihm, dass Roland und seine Paladine ihm Rückendeckung gewähren wollen, und dass im Falle eines Angriffs Roland in sein Horn blasen wird als Signal für Karl, mit dem Großteil seiner Armee anzugreifen. Karl betraut Roland mit dem Schutz von Turpin; die Paladine brechen auf nach Roncesvalles.Ganelon, sich selbst überlassen, lässt seinen Sohn Balduin kommen und sagt ihm, dass er am morgigen Tage unbedingt einen deutlich unterscheidbaren Mantel tragen solle. Balduin versteht nicht warum, da er erwartet, dass der nächste Tag angemessene Feier und Ehre bringen würde. Balduin kehrt wieder zu den anderen Paladinen zurück und Ganelon enthüllt, dass er seine Rache an den anderen Paladinen geplant habe, welche in Roncesvalles niedergemetzelt werden sollten, mit Ausnahme seines Sohnes, der verschont werden solle.
3. SZENE
Aude erzählt ihrem Mann Roland, dass sie einen unheilvollen Traum gehabt hätte und beschwört ihn, nicht nach Spanien aufzubrechen. Roland antwortet, dass dies unmöglich sei, doch er versichert ihr, dass er nach dieser Mission ein Königreich erhalten werde, und somit würde er von seinem Gelübde entbunden sein, wonach sie nur ein Kind haben dürften, wenn Aude die Krone einer Königin trage. Roland zieht los und gesellt sich zu seinen Gefährten.
4. SZENE-Oliver hat eigenartige Bewegungen von Reitern auf den Hügeln von Roncesvalles bemerkt. Astulf versichert ihm, dass nichts falsch sei und die Paladine entschließen sich, das Lager aufzuschlagen. Die Sarazenen greifen an und Oliver beschwört Roland, in sein Horn zu blasen. Astulf jedoch denkt, dass dies unehrenhaft sei und bereitet sich vor, den Heiden gegenüberzutreten; er bildet eine Verteidigungslinie. Aber Astulf wird von hinten angegriffen, er fällt und stirbt.
5. SZENE
Balduin kann nicht verstehen, warum die Heiden ihn übersehen, bis ihm einer berichtet, dass Ganelon nun auf der Seite der Sarazenen sei. Vom Grauen gepackt reißt Balduin sich den Mantel herunter und ist nun endlich zum Kampf bereit. Er fällt ebenfalls und stirbt.
6. SZENE
Oliver ist verwundet und geblendet durch einen feigen Ansturm von hinten, Während seines Sterbens steht ihm sein Schwager Roland bei.
7. SZENE
Erzbischof Turpin beklagt auf dem Schlachtfeld den Tod von Astulf, Oliver und Balduin und bittet Gott, ihm den Grund für dieses Gemetzel zu sagen. Ein Heide sieht ihn und fordert ihn zum Kampf heraus. Turpin beschwört ihn, mit dem Töten aufzuhören, doch der Heide zwingt ihn zum Kampf. Gegen seinen Willen tötet Turpin den Heiden, und als dieser im Sterben liegt, beginnt er ihn zu taufen. Doch auch er wird durch einen anderen Sarazenen getötet.
8. SZENE- Der Mönch fährt mit seiner Erzählung fort und berichtet von seiner Vision eines Engels, welcher ihm sagt, dass er seine Rüstung anlegen, auf sein Roß Bayard steigen und nach Roncesvalle zu seiner letzten Aufgabe reiten solle. Wir erkennen, dass der Mönch in Wirklichkeit der Paladin Renaud von Montauban ist, und dass er Roncesvalles erreichte, als die Schlacht auf ihrem Höhepunkt war. Er begann Furcht in die Reihen der Feinde zu säen.
9. SZENE
In der Zwischenzeit ist Karl in seinem Lager ratlos und fragt sich, ob er einen Fehler gemacht habe, seine Paladine nach Roncesvalles zu senden. Voller Vorahnungen lässt er Ganelon einsperren und endlich wird ihm klar, dass seine schlimmsten Befürchtungen wahr geworden sind.
10. SZENE
Roland spornt seine Gefährten an, wird jedoch von Grandonio von hinten angegriffen. Roland klagt ihn des Verrates an, duelliert sich mit ihm und tötet ihn, wird aber schwer verwundet. Er bietet seine letzten Kräfte auf und bläst in sein Horn, doch eine Vene platzt in seiner Schläfe. Er fühlt sein Ende nahen und versucht erfolglos, sein Schwert Dorindan auf einem Felsen zu zerbrechen. Er ruft seinen Knappen Terigi und sagt ihm, er solle Karl die Nachricht von der Niederlage bringen. Ein Engel erscheint Roland und fragt ihn, ob er zu leben oder zu sterben wünsche. Roland, der verstanden hat, dass seine Kameraden im Himmel sind, und dass Gott die Geburt eines neuen heldenhaften Ritters vorsehen würde, entscheidet sich für den Tod.Der Mönch erzählt das weitere Geschehen nach der Schlacht. Karl liess Ganelon von vier Rossen zerreißen lassen. Seine Armeen griffen an und jagten die Sarazenen nach Saragossa, wo sie Zuflucht suchten. Renaud bat um Karls Abreise, um in ein Kloster zu gehen. Der Tag der Schlacht, der 15. August 785, war nicht das Ende der Welt, wie der Mönch sagte, sondern ein Tag, an welchem Frankreich den Verlust seiner Paladine beklagte,Blüten der Tapferkeit.
Teatro Drammatico dei Pupi di Onofrio Sanicola
Monreale-ViaB.DAcquisto,33 tel.091/6409441--Milano Via Plinio, 60 Tf.0229524449 026694956 sanicolapupi@tiscalinet.it--www.operadeipupi.moonfruit.com